Wer frü­her spart, hat spä­ter mehr davon

Neu­er Anzei­ger-Arti­kel von Chris­tof Lam­part vom 17.04.2026

Erlen. Wenn das AHV-Alter lang­sam näher rückt, wird es höchs­te Zeit, die eige­nen finan­zi­el­len Bedürf­nis­se für die Zeit nach dem Berufs­le­ben abzu­klä­ren. Wie das gehen könn­te, erklär­te am Mon­tag mit Roland Min­nig ein Ken­ner der Pen­si­ons­kas­sen.

Roland Min­nig ist Unter­neh­mens­be­ra­ter bei der «Asga Pen­si­ons­kas­se Genos­sen­schaft» aus St. Gal­len, der vie­le Gewer­be­be­trie­be in der Ost­schweiz ange­hö­ren. Er sprach am Mon­tag­abend vor den Mit­glie­dern des Ver­eins Gewer­be AachThurLand im Res­taurant «golf & gnuss»in Erlen. 

Ein­zig­ar­ti­ges Sys­tem
In sei­nem Refe­rat, bei dem die Zuhö­rer­schaft spon­tan Fra­gen stel­len konn­te, ging der Vor­sor­ge-Exper­te nicht nur auf Grund­le­gen­des wie den Auf­bau des Drei­säu­len­sys­tems des schwei­ze­ri­schen Sozi­al­sys­tems ein, son­dern erklär­te auch, wann wel­che Vor­sor­ge­lö­sun­gen für die Gewer­be­be­trie­be sinn­voll sein könn­ten. Wich­tig, so Roland Min­nig, sei es zu wis­sen, dass das schwei­ze­ri­sche Drei-Säu­len-Sys­tem welt­weit wohl ein­zig­ar­tig sei, jedoch des­halb noch lan­ge nicht garan­tie­re, dass man nach der Ren­te gleich gut leben kön­ne wie davor im Arbeits­pro­zess. 

«AHV und BVG tra­gen dazu bei, dass man rund 60 Pro­zent des letz­ten Loh­nes erhält. Ob das in den meis­ten Fäl­len reicht, um danach gleich gut leben zu kön­nen wie vor der Ren­te, wage ich zu bezwei­feln», erklär­te Min­nig. Wer auf Num­mer sicher gehen wol­le, dass er oder sie im Alter kei­ne mas­si­ven Abstri­che in der Lebens­qua­li­tät machen muss, der sei gut bera­ten, früh­zei­tig etwas anzu­spa­ren. 

Ent­we­der, indem man regel­mäs­sig selbst etwas auf die Sei­te legt oder ein­fach auch die eige­ne BVG-Lösung aus­baue. Dabei schei­ne aber die Erkennt­nis, dass ein früh­zei­ti­ges Spa­ren aufs Alter hin viel mehr brin­ge als ein lan­ges Zuwar­ten, bei vie­len Men­schen erstaun­li­cher­wei­se lan­ge nicht wirk­lich anzu­kom­men. Man­che merk­ten erst in ihren Fünf­zi­gern, dass es jetzt lang­sam höchs­te Eisen­bahn sei. Doch dann gel­te halt für vie­le, dass, «wenn ich erst mit 50 anfan­ge, ein­zu­zah­len, dann kommt nicht mehr so viel rein», so Roland Min­nig. 

Eine wich­ti­ge Fra­ge, vor der alle ein­mal stün­den, betref­fe auch die Aus­zah­lung des ange­häuf­ten BVG-Kapi­tals. 

Kapi­tal statt Ren­te
Heu­te sei es so, dass vie­le die Aus­zah­lung des Kapi­tals gegen­über dem Bezug einer lebens­lan­gen Ren­te bevor­zug­ten. Bei der Asga sei­en dies letzt­hin 62 Pro­zent gewe­sen. War­um dem so ist, konn­te Roland Min­nig nur ver­mu­ten. «Zum einen haben die Pen­si­ons­kas­sen in den letz­ten Jah­ren die Ren­ten­um­wand­lungs­sät­ze redu­ziert, was vie­le abhal­ten dürf­te, eine Ren­te zu bean­tra­gen. Und zum ande­ren kann ich das bezo­ge­ne Kapi­tal selbst anle­gen und auch ver­er­ben. Wenn ich mich hin­ge­gen für eine Ren­te ent­schei­de und ich fah­re dann im Alter von 68 Jah­ren zusam­men mit mei­ner Frau gegen einen Baum und bei­de sind tot, dann sehen die Erben kein Geld aus der BVG-Ren­te mehr», so der Vor­sor­ge-Exper­te. Anders sei es beim Ren­ten­be­zug, wenn nach dem Able­ben des einen der ande­re Lebens­part­ner noch lebe. Dann kom­me die­sem 60 Pro­zent der BVG-Ren­te des oder der Ver­stor­be­nen zugu­te. 

Wer vor habe, nach dem Errei­chen des nor­ma­len Ren­ten­al­ters von 65 Jah­ren zumin­dest noch teil­wei­se wei­ter­zu­ar­bei­ten, der kön­ne auch die BVG «wei­ter­zie­hen». Aller­dings nur, wenn er die Min­dest­ver­si­che­rungs­sum­me von 22 680 Fran­ken errei­che. Dies tue nicht nur der eige­nen Alters­vor­sor­ge gut, son­dern auch der Wirt­schaft, denn «vie­le Betrie­be lei­den heu­te unter Fach­kräf­te­man­gel und wären froh, wenn sie noch einen 65-Jäh­ri­gen zwei, drei Jah­re län­ger etwas beschäf­ti­gen könn­ten», beton­te er.